Sizilianisches Lexikon - Von Acireale bis Augusta

Sizilianisches Lexikon, für die Reise und den Wissenshunger

Acireale ist der größte der Orte zwischen Catania und dem Ätna, die alle mit «Aci» beginnen: Aci Trezza, Aci Castello, Aci Catena. Nach Ovid war Akis ein Hirte, der die vom Zyklopen Polyphem begehrte Nymphe Galatea liebte, daher von diesem aus Eifersucht getötet und von Poseidon in einen Fluß verwandelt wurde. An dessen Ufer stand einst die große Stadt Aci, die 1169 durch Erdbeben und Lavaströme zerstört wurde. Die vorgelagerten Isole (oder Scogli) dei Ciclopi soll Polyphem als Felsen dem fliehenden Odysseus nachgeworfen haben. Der Karneval wird hier besonders bunt gefeiert; Aci Trezza ist Schauplatz von Giovanni Vergas Roman «Die Malavoglia».

Karte von Acireale

Aci Trezza ist eine Fraktion der Gemeinde Aci Castello in der italienischen Region Sizilien. Die Gemeinde liegt an der Ostküste Siziliens am Ionischen Meer. Vor der Küste liegen die Zyklopeninseln. Aci Trezza war ursprünglich ein kleines Fischerdorf, das sich auf Grund des schönen Strandes zu einem Ausflugsziel der Bewohner Catanias entwickelte.

Ägadische Inseln. Archipel vor Siziliens Westküste: Größte und süd- lichste Insel ist Favignana, die schon ein wenig touristisch erschlossen ist. Sie ist alljährlich im Mai Schauplatz der Mattanza, des Thunfischfangs. Levanzo hat Steilküsten mit schönen Grotten, in denen steinzeitliche Felsgravierungen und -malereien zu sehen sind. Marettimo hat nur einen kleinen Ort, keine Straße und stille Buchten. Die Inselchen Formica und Maraone sind unbewohnt.

Äolische oder Liparische Inseln. Der Archipel vor der Nordküste Siziliens ist durch Vulkanausbrüche entstanden und besteht aus sieben Tnseln: Lipari, Vulcano, Salina, Filicudi, Alicudi, Panarea und Stromboli. Aiolos, der sagenhafte Beherrscher der Winde, der Odysseus gastfreundlich aufnahm, stand dem Archipel Pate. Am dichtesten besiedelt und touristisch am besten erschlössen ist Lipari, die größte Insel (37,6 Quadrat-kilometer). Hier wurde schon in der Steinzeit Obsidian - dunkle, sehr harte glasartige Lava - abgebaut und exportiert. Das Museum auf der Akropolis dokumentiert die Frühgeschichte sehr anschaulich. Heute noch wirtschaftliche Bedeutung haben der Abbau von Bimsstein, einer porösen Lavamasse, die zusammen mit Obsidian vorkommt, ferner Tourismus, Fischfang und der Anbau von Wein (Malvasia) und Kapern. Sehr schöne Panoramen bietet eine Inselrundfahrt, lohnend ist auch die Bootsfahrt zu den Faraglioni mit der 72 Meter hohen Felsnadel Pietralunga. Südlich von Lipari liegt Vulcano mit dem «Gran Cratere», der 200 Meter Durchmesser hat. Seit 1890 stößt er nur Fumarolen aus. Lebendiger ist der Turismus zur Halbinsel Vulcanello mit Schwefelquellen, Fumarolen im Meer sowie Becken mit Fango. Salina besteht aus zwei großen Kratern und bietet, ebenso wie die drei kleineren Inseln, schöne Buchten, Grotten und Felsen. Die Inseln sind am einfachsten von Milazzo aus per Schiff oder Tragflügelboot zu erreichen.

Ätna. Die Sizilianer nennen ihn auch «Mongibello» (darin steckt das arabische «Djebel» - Berg) oder einfach nur «La Montagna» (der Berg). Seine Höhe liegt bei etwa 3340 Meter und ändert sich nach jedem Ausbruch. Der Ätna hat keinen geologischen Zusammenhang mit der restlichen Bergwelt Siziliens, er besteht aus rund 200 einzelnen Kratern und hat einen Umfang von 200 Kilometern. Ab 1600 Höhenmeter liegt von Dezember bis Mai Schnee, früher die Haupteinnahmequelle des Bischofs von Catania, denn der Schnee wurde nach ganz Süditalien und bis nach Malta exportiert. Den Ätna umgibt eine fruchtbare Gartenlandschaft, die im Süden in die Ebene von Catania übergeht. Die letzten größeren Ausbrüche waren 1971,1983, 1985 und 1995. Bis 1800 Meter führt die Teerstraße, mit Seilbahn und Geländebussen geht es weiter bis auf etwa 3300 Meter. Besonders eindrucksvoll ist der Sonnenaufgang auf dem Gipfel.

Agrigento. Ursprünglich sikulis eine Siedlung, bis 580 v.Chr. eine griechische Kolonie entstand und rasch zu einer der reichsten Städte Siziliens wurde: Um 450 hatte Agrigento rund 200.000 Einwohner, wurde aber 406 n. Chr. von den Karthagern erobert, geplündert und erholte sich nie wieder. Zu Füßen der Stadt auf der alten Akropolis liegt das Tal mit den antiken Tempeln, dem Museum und einem sehr stimmungsvollen Hotel. Der Concordiatempel ist der am besten erhaltene griechische Tempel Italiens, weil er seit dem 6. Jahrhundert als christliche Kirche diente. Benachbart sind Herkules- und Hera-Lakiniatempel und weiter westlich die monumentalen Reste des Tempels des Olympischen Zeus, der nicht vollendet wurde und bei dem riesige Giganten-Halbfiguren (Telamonen) die Räume zwischen den Säulen gliedern sollten. Daneben archaische Heiligtümer der Erdgottheiten. Den eigentlichen Tempelkomplex erreicht man über die Staatsstraße 115. In den Sommermonaten sollte man nicht gleich den kleinen Parkplatz am Haupteingang nutzen. Weiter östlich befindet sich noch ein zweiter, nicht so überlaufener Eingang mit Parkplatz. Auf alle Fälle sollte man noch schnell seinen Reiseführer einstecken, denn die Beschilderung ist etwas dürftig. Wenn es sich nur irgendwie einrichten lässt, sollte man dem Tal der Tempel während der blauen Stunde kurz nach Sonnenuntergang einen Besuch abstatten. Scheinwerfer beleuchten alle Tempel und lassen diese wie überdimensionale Goldschmiedearbeiten erscheinen. Einige wenige Kilometer südwestlich befindet sich nahe dem Capo Bianco ein sehr schöner Küstenabschnitt.

Alcamo (42.600 EW.). Eine bedeutende landwirtschaftliche und industrielle Stadt auf einer Hochebene an den Hängen des Monte Bonifato (826 m), vor dem Golf von Castellammare. Diese von den Arabern gegründete Stadt war zwischen dem 11. und 19. Jh. im Besitz verschiedener Adelsfamilien (Peralta, Chiaramonte und Ventimiglia). Längs des corso VI Aprile, der schönen sich durch die ganze Stadt ziehenden StraBe, liegen elegante Gebäude und zahlreiche heilige Bauwerke. Das erste ist die Kirche Santi Paolo e Bartolomeo, die gegen Ende des 17. Jh. gebaut wurde; in dem rechten Transept befindet sich ein kunstvolles spätgotisches Gemälde, Madonna del Miele. Die Kirche San Oliva (piazza Ciullo) wurde in der ersten Hälfte des 18. Jh. gebaut. In dem großen einschiffigen Inneren befinden sich zwei Skulpturen des Gagini (16. Jh.): die Verkündung über dem ersten Altar links; San Oliva, über dem vierten Altar rechts. Auf dem Großaltar befindet sich das Gemälde Seelen im Fegefeuer von P. Novelli, aus dem Jahre 1639. Die Südseite des großen Platzes, der nach dem Dichter des 13. Jh. Ciullo d'Alcamo benannt wurde, wird von der Kollegialkirche aus dem Ende des 17 Jh. eingenommen. Die Mutterkirche (piazza IV Novembre). die der Muttergottes geweiht ist, wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jh. auf der älteren Kirche aus dem 14. Jh. aufgebaut, von der noch der schöne Glockenturm zu sehen ist; das Kirchentor stammt aus dem späten 15. Jh. Im Inneren, das durch rote Säulen in drei Schiffe unterteilt ist, befinden sich schöne Skulpturen von Antonello Gagini und Schülern. Von dem Meister stammen das Kruzifix im rechten Schiff und die Durchreisende heilige Jungfrau im linken Schiff. Die Fresken aus dem 18.Jh. in der Apsisnische und in der Kuppel sind Werke von Borremans. An der gegenüberliegenden Seite des Platzes befindet sich die ehemalige gotische Kirche San Nicolò aus dem 16. Jh. San Salvatore (via Ressotti) ist die Kirche des Benediktinerklosters, die 'Badia Grande' (Große Abtei) genannt wird; die hie behüteten Gemälde stellen die Heilige Therese und eine Maria Himmelfahrt von P. Novelli dar, die Statue von Antonio Gagini dagegen den heiligen Benedikt. Kehrt mar auf den corse VI Aprile zurück, so trifft man auf die kleine Kirche San Tommaso aus dem 15. Jh., mit einem schönen spitzbögigen Tor. In der Kirche San Francesco (corso VI Aprile) aus der ersten Hälfte des 17. Jh., befinden sich schöne Skulpturwerke der Gagini: der heilige Markus und Maria Magdalene von Antenello 1520 ausgeführt, der Kragstein aus Marmor vermutlich von Giacomo. San Francesco di Paola (via Navarra), genannt 'Badia Nuova', stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jh. Im Innern befinden sich einige Statuen von Giacomo Serpotta aus dem Jahre 1724 und der Heilige Benedikt des Novelli. Nich weit entfernt erhebt sich die mächtige quadratische Burg aus dem 14. Jh. mit Ecktürmen. Von Alcamo aus führt ein suggestiver Paneramaweg auf den Monte Bonifato (826 m), wo sich die kleine Gedächtniskirche der Madonna dell'Alto befindet, sowie Reste von Mauern und Türmen der zerstörten mittelalterlichen Burg.

Alcantaraschlucht. Bizarre Formation aus (meist sechseckigen) Basaltkristallen von etwa einem halben bis einem Meter Durchmesser und mehreren Metern Länge am Nordfuß des Ätna, durch die sich der Fluß gefressen hat. Schmaler Steig am Flußufer. Al-Cantara ist arabisch und bedeutet «Brücke», weil früher eine Römerbrücke die Schlucht überspannte.

Alia, gehört zur Provinz von Palermo. Das Dorf besitzt besitzt 4100 Einwohner und hat eine Fläche von ca. 4600 Hektar. In einer hügeligen Landschaft gelegen befindet sich dieses kleine Dorf 740 Meter über dem Meeresspiegel.Der Name Alia kommt aus dem arabischen "Alyah" was "hoch" bedeutet. In der nähe der Stadt befindet sich der Berg "la Montagna" mit einer Höhe von 966 Meter. Dieses kleine Dorf ist hauptsächlich mit Landwirtschaft beschäftigt, wobei besonders Getreide, Oliven, Samen und Hülsenfrüchte, Wein und Kaktusfeigen angebaut und kultiviert werden. Während der Herrschaft der Moslems, die bis in das 15 Jahrhundert reichte, wurden viele Schlösser und Burgen um den Bereich von Alia errichtet, die tiefen historischen Wert besitzen und sich primär um Lalia befinden. Um 1557 wurde Alia von den Spaniern erobert, unter der Führung des damals kommandierenden Luca Cifuentes, der das Dorf seiner Tochter Francesca widmete die mit dem Marquis di Santa Croce verheiratet war. Im Jahre 1615 erhält Pietro Celestri vom König Filippo III die Befugnis Alia zu bevölkern und diese wurde dann auch 1623 in Kraft gesetzt. Die Familie Santa Croce erhob sich und wurde im 17 Jahrhundert, als das Fürstentum von Santa Elia bezeichnet. Der Schutzheiligen von Alia wurde 1639 eine Kirche gewidmet, die dort unter dem Namen Madonna delle Grazie zu finden ist. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Chiesa Madre, das Mausoleum (il mausoleo di scuola gagini) und der Palazzo Guccione, dieser Palast ist komplett im Jugendstil des 8 Jhr. gehalten.

Alimena, ist eine Stadt der Provinz Palermo in der Region Sizilien in Italien. Alimena liegt 105 km südöstlich von Palermo in der südwestlichen Madonie. Hier wohnen 2321 Einwohner (Stand am 31. Januar 2006), die hauptsächlich in der Landwirtschaft arbeiten. Die Nachbargemeinden sind: Blufi, Bompietro, Gangi, Petralia Soprana, Petralia Sottana, Resuttano (CL), Santa Caterina Villarmosa und Villarosa (EN). Der Ort wurde 1603 von Don Pietro Alimena gegründet. 1628 wurde der Ort wesentlich erweitert.

Aliminusa, Aliminusa liegt 71 km südöstlich von Palermo. Hier wohnen 1325 Einwohner (Stand am 31. Januar 2006), die hauptsächlich in der Landwirtschaft und dem Handwerk arbeiten. Die Nachbargemeinden sind: Alia, Caccamo, Cerda, Montemaggiore Belsito, Sciara und Sclafani Bagni. Der Feudalbesitz wurde 1625 von Gregorio Bruno erworben. 1635 wurde ein Dorf mit Name Sant' Anna gegründet, aus dem dann Aliminusa hervorgegangen ist. Die Straßen des Ortes sind regelmäßig und rechtwinklig angelegt. In der Mitte steht das Fürstenviertel, welches im 17. Jahrhundert angelegt worden ist. Hier steht auch die Kirche Sant' Anna.

Alphonse Gabriel (Al) Capone (* 17. Januar 1899 in Brooklyn, New York; † 25. Januar 1947 in Palm Beach, Florida) war einer der berüchtigtsten Verbrecher Amerikas in den 1920er und 1930er Jahren. Capone kontrollierte die Chicagoer Unterwelt und machte seine Geschäfte vor allem in den Bereichen illegales Glücksspiel, Prostitution und während der Prohibitionszeit im illegalen Alkoholhandel. Obwohl der Höhepunkt seiner Karriere nur von 1926 bis 1931 währte und Capone im Grunde nur bereits existierende kriminelle Strukturen nutzte, wurde er zum Urbild des Mafiabosses, zu einem Symbol für die organisierte Kriminalität schlechthin. Der "Mythos Capone" geht im Wesentlichen auf seine Fähigkeiten als Selbstdarsteller und seinen geschickten Umgang mit der Presse zurück. Nach außen gab sich Capone den Anschein des seriösen Geschäftsmanns, der im Branchenverzeichnis als Antiquitätenhändler geführt wurde und laut Visitenkarte Händler für gebrauchte Möbel war.

Altavilla Milicia, ist eine Stadt der Provinz Palermo in der Region Sizilien in Italien. Altavilla Milicia liegt 27 km östlich von Palermo. Hier wohnen 6012 Einwohner (Stand 31. Dezember 2005), die hauptsächlich in der Landwirtschaft und dem Tourismus arbeiten. Die Nachbargemeinden sind: Casteldaccia und Trabia.

Altofonte, ist eine Stadt der Provinz Palermo in der Region Sizilien in Italien. Altofonte liegt 15 km südlich von Palermo. Hier wohnen 9.678 Einwohner (Stand am 30. April 2005), die in der Hauptsache in der Landwirtschaft arbeiten. Die Nachbargemeinden sind: Belmonte Mezzagno, Monreale, Palermo, Piana degli Albanesi und Santa Cristina Gela.

Augusta. 1232 von Kaiser Friedrich II. gegründetes Kastell, heute eine moderne Industriestadt: seit 1950 Erdölraffinerien und einer der größten italienischen Häfen.